25.09.2026, Potsdam: Die Wasservernetzung Brandenburg-Berlin hat zehn Forderungen für ein nachhaltiges Wassergesetz in Brandenburg per Flaschenpost an die Landesregierung geliefert. Das zivilgesellschaftliche Bündnis stellte bei einer schwimmenden Pressekonferenz sozial-gerechte Wasserentgelte in den Mittelpunkt und die Verantwortung industrieller Wasserverbraucher.
„Während die industriellen Großverbraucher riesige Mengen Wasser abpumpen, wurde Bürgern und Bürgerinnen die Entnahme von Wasser in der Gluthitze verboten“, erinnert sich Sara Walther von Tesla den Hahn abdrehen. Deshalb fordert das Bündnis sozial-gerechte Wasserentgelte, denn diese sind Anreiz für Industrie und Landwirtschaft, um wertvolles Wasser zu sparen. Brandenburger und Brandenburgerinnen dürften nicht mehr belastet werden, denn dies würde laut Bündnis nur auf Kosten sozialer Gerechtigkeit gehen.
Wassersparen sollten in Zukunft die industriellen Großverbraucher statt der Bevölkerung. Laut Bündnis braucht es deshalb die Möglichkeit Entnahmerechte bei Wasserknappheit zu widerrufen. Entnahmerechte für Industrie und Gewerbe werden zumeist auf Jahrzehnte festgelegt und orientieren sich nicht an den Auswirkungen der Klimakrise wie Hitze und Trockenheit. Der Forderungskatalog beinhaltet zudem, dass verantwortungsvoll über Wasserrechte entschieden wird. Dafür benötigt es laut Bündnis klare Regelungen bei Erlaubnispflichten sowie Wasserzähler für die tatsächliche Wassernutzung. Denn im Wasserbuch des Landesamts für Umwelt (LfU) finden sich nur die genehmigten Verbrauchsmengen, aber nicht der reale Wasserverbrauch. „Wir brauchen endlich belastbare Daten, wer wo und wie viel Wasser verbraucht „, sagt Michael Ganschow, Geschäftsführer der Grünen Liga Brandenburg. Daran anschließend fordert die Wasservernetzung Brandenburg-Berlin transparenten Umgang mit Wasserdaten und eine demokratische Verwaltung des Allgemeinguts.
„Die Wasserkrise in Brandenburg ist überall spürbar geworden: Ob an der Schwarzen Elster, dem Parsteiner See oder an der Spree – Brandenburg ist so trocken wie noch nie“, sagt Rebekka Schwarzbach von der Umweltgruppe Cottbus. Das Bündnis dringt auf nachhaltige Lösungen, statt Tech-Fixes wie dem Elbüberleiter. Die Renaturierung, wie beispielsweise an der Unteren Havel muss dringend an anderen Flüssen wie der Schwarzen Elster oder der Spree umgesetzt werden. So kann sowohl Grundwasser angereichert, Wasser in der Landschaft gehalten und die Wasserqualität gestärkt werden.
Anlass für die Aktion der Wasservernetzung Brandenburg-Berlin gibt der kommende Tag der Flüsse am 27. September 2026. Zudem hatte das brandenburgische Umweltministerium zwar Fachgespräche zur Novellierung des Wassergesetzes durchgeführt, jedoch war die Zivilgesellschaft nicht ausreichend vertreten. Die Wasservernetzung Brandenburg-Berlin hat sich deshalb entschlossen zehn zivilgesellschaftliche Forderungen vorzulegen, um einen grundlegenden Paradigmenwechsel beim Thema Wasser einzuleiten. Das Bündnis besteht aus unterschiedlichen Verbänden, Gruppen und Engagierten aus Brandenburg und Berlin und arbeitet seit 2025 zur gerechten Verteilung von Wasser.
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Ansprechperson: Lena Eyerich
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