28.08.2026 – Trotz anhaltender Dürre und Wasserkrise soll in Brandenburg wasserintensive Industrie angesiedelt werden. Rund 30 neue Rechenzentren sind geplant oder bereits im Bau. Diese verursachen weitere Flächenkonflikte, einen riesigen Stromverbrauch und einen gigantischen Wasserverbrauch. Die Wasservernetzung Brandenburg-Berlin spricht sich gegen den Turbo-Ausbau von Rechenzentren aus und engagiert sich für eine sozial gerechte Wasserwende.
„Brandenburg leidet schon jetzt unter massivem Wasserstress – doch während Entnahmeverbote für Bürgerinnen und Bürger zur Tagesordnung werden, tut die Landesregierung alles dafür, noch mehr wasserintensive Konzerne anzusiedeln.“, sagt Lena Eyerich, Mitglied der Wasservernetzung (kurz Wa-Ver). Rechenzentren nutzen vor allem bei der Kühlung der Server Wasser, aber auch indirekt wird Wasser bei der Stromproduktion für die Rechenzentren sowie bei der Herstellung der Chips, die für die Rechenzentren benötigt werden, eingesetzt. Doch die genauen Verbrauchswerte werden von den Konzernen oft als Geschäftsgeheimnis behandelt.
Dass Wasser zum Geschäftsgeheimnis gehört, ist auch Petra Liesenfeld vom Ressourcenbündnis Baruth bekannt. „In Geheimverträgen wurde Red Bull und Rauch 92 Prozent des verfügbaren Grundwassers in Baruth zugesichert – dann bleiben nur noch 8 Prozent für die Bevölkerung übrig. Jetzt hat Amazon ein Waldstück in Baruth gekauft, um ein Rechenzentrum zu betreiben. Wir können uns nicht noch einen gigantischen Wasserschlucker leisten!“, sagt Petra Liesenfeld, ebenfalls Mitglied der Wa-Ver. Zusätzlich würde die Rodung des Waldes in Baruth und die Versiegelung der Fläche für das Rechenzentrum die Wasserkrise verschärfen, da Wasser abgeleitet wird und nicht mehr versickern kann.
Die Mitglieder der Wasservernetzung sorgen sich um die Wasserreserven in Brandenburg und fordern, dass Rechenzentren im neuen Wassergesetz berücksichtigt werden. „Die Landesregierung muss Transparenz gesetzlich verankern: Rechenzentren, Großkonzerne und die Landwirtschaft brauchen Wasserzähler und müssen endlich angemessene Preise für ihren Wasserverbrauch zahlen“, sagt Lena Eyerich, „Denn wir tun es ja auch.“ Derzeit zahlen Großverbraucher wie die LEAG oder die Landwirtschaft fast keine Wasserentgelte. Zudem gibt es keine verlässlichen Zahlen zur entnommenen Wassermenge der Konzerne. „Wer neue Rechenzentren plant, muss offenlegen, wie viel Wasser benötigt wird, woher es kommt und welche Folgen die Entnahme für Grundwasser, Gewässer und die öffentliche Versorgung hat“, sagt Steffen, Mitglied der Wasservernetzung und Vertreter der Grünen Liga.
Die Wasservernetzung hat bereits beschlossen, sich gemeinsam gegen den Turbo-Ausbau von Rechenzentren zu engagieren. Zudem arbeitet sie derzeit an einem Forderungskatalog für das neue Wassergesetz. Nachhaltige Lösungen wie die Renaturierung von Flüssen, Auen und Feuchtgebieten sowie sozial gerechte Wasserentgelte spielen dabei eine zentrale Rolle.
Hintergrund der Wa-Ver:
Über zehn Mitgliedsorganisationen haben sich in der Wasservernetzung Brandenburg-Berlin zusammengeschlossen. Seit Sommer 2025 arbeiten sie regelmäßig zum Thema Wasser. Darunter finden sich regionale Initiativen, Umweltverbände und engagierte Einzelpersonen. Das Ziel der Vernetzung ist es, die Wasserkrisen in der Region entschlossen anzugehen und das Menschenrecht auf Wasser zu verteidigen.
Kontakt & weitere Informationen
Ansprechperson: Lena Eyerich
E-Mail: info@wa-ver.org
Instagram: @water.justice.now