Antwort auf die Wasserkrise: Brandenburger Wasservernetzung bündelt Kräfte für das Recht auf Wasser

Berlin-Brandenburg – In einer länderübergreifenden Initiative engagieren sich ehrenamtliche Akteure in einer neu gegründeten Wasservernetzung. Das Ziel der Vernetzung ist, die Wasserkrisen in der Region entschlossen anzugehen und das Menschenrecht auf Wasser zu verteidigen. Denn die Lage in Berlin-Brandenburg spitzt sich zu: Während anhaltende Dürren und Extremwetter die natürlichen Wasser-Reserven schwinden lassen, verschärft der steigende Verbrauch industrieller Großunternehmer die Verteilungskonflikte um das knapper werdende Wasser.

Die Wasservernetzung, kurz Wa-Ver, schlägt schon jetzt Wellen: Über zehn Mitgliedsorganisationen haben sich zusammengeschlossen und arbeiten seit Sommer 2025 regelmäßig zum Thema Wasser. Darunter finden sich regionale Initiativen, Umweltverbände und engagierte Einzelpersonen. „Uns verbindet die Nähe zu den Brandenburger Seen, den Flüssen und Wasser als Ursprung allen Lebens. Viele von uns sind mit Bade-Seen, sauberen Flüssen und Trinkwasser aus dem Hahn aufgewachsen und kämpfen jetzt dafür, dass das so bleibt“, sagt Rebekka Schwarzbach für die Umweltgruppe Cottbus, die Teil der Wasservernetzung ist.

Die Mitglieder der Wasservernetzung beschäftigen sich mit vielfältigen Wasserkrisen, aber oftmals stehen industrielle Großverbraucher im Zentrum des Konflikts. „Im Baruther Urstromtal will Red Bull jeden Tag bis zu 6,5 Millionen Liter sauberes Grundwasser als Energydrink in Dosen füllen. Dieses Wasser ist unwiederbringlich verloren. Die Erlaubnis dafür fußt auf einem Gutachten von 2006, welches mit Grundwasserneubildungsraten arbeitet, die heute längst nicht mehr erreicht werden“, sagt Petra Liesenfeld vom Ressourcenbündnis Baruth. In Grünheide kämpft das Bündnis „Tesla den Hahn abdrehen“ schon lange gegen den Auto-Konzern, der bereits oft durch die Verschmutzung des Trinkwasserschutzgebiet aufgefallen ist. In unmittelbarer Nähe setzt sich die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Strausees ein. „Unser See speist sich aus Grundwasser, doch der Grundwasserstand sinkt. Durch Dürreperioden, hohe Verdunstung bei steigenden Durchschnittstemperaturen und extremen Starkregen kann der Boden nicht ausreichend Wasser aufnehmen – doch es gibt schon Lösungsansätze zum Erhalt des Straussee, die jetzt von den Verantwortlichen konsequent umgesetzt werden müssen!“, berichtet Frank Weber von der Bürgerinitiative.

Einerseits sinken die Grundwasserstände, andererseits leidet Brandenburg unter ausgetrockneten Flüssen und Seen, die weiter schwinden. Die Wasservernetzung Brandenburg-Berlin möchte hierfür Antworten und Lösungen finden. Ihr Ziel ist es, die heimischen Flüsse und Bade-Seen zu schützen und das Recht auf Wasser für alle länderübergreifend durchzusetzen.

Außerdem hat die Wasservernetzung den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung im Blick. „Laut neuem Koalitionsvertrag werden industrielle Großverbraucher das Wasser weiterhin geschenkt bekommen, statt einen sozial- und ökologisch-gerechten Preis dafür zu bezahlen“ sagt Manu Hoyer von der BI Grünheide, Teil der Wasservernetzung, „deshalb wird die Wasservernetzung sich für eine gerechte Novellierung des Brandenburger Wassergesetzes einsetzen!“ Derzeit entwickeln die Akteure der Wasservernetzung gemeinschaftliche Aktionen zum Weltwassertag am 22. März 2026. In beiden Bundesländern werden Ehrenamtliche mit kreativem Protest verdeutlichen, dass Wasser ein Menschenrecht ist.

Kontakt & Weitere Informationen:

Pressevertretung: Lena Eyerich
Kontakt: info[at]wa-ver.org

Herausgebende Initiativen der Wa-Ver Brandenburg-Berlin:
Umweltgruppe Cottbus, Ressourcen-Bündnis Baruth, BI Erhaltet den Straussee, BI Grünheide (VNLB), Berliner Wassertisch, Klima*Kollektiv e.V., BI Walderhalt Spreetal,